Was Sie schon immer über Büttenpapier wissen wollten.

Zerkall Büttenpapier - ein Papier mit langer Tradition
Original Zerkall Büttenpapier mit Beschriftung
Papier aus Echt Bütten zeichnet sich durch eine einzigartige Optik und Haptik aus. Das Büttenpapier mit dazu passendem Umschlag hat einen hellen leicht cremefarbenen Naturton.
Seit dem Ende des vorletzten Jahrhunderts wird in der Papierfabrik in Zerkall Büttenpapier hergestellt und seit ungefähr 1920 mit großem Erfolg weltweit verkauft. Zerkall ist ein kleines Dorf mit nur ungefähr 200 Einwohnern in der Gemeinde Hürtgenwald zwischen Köln und Aachen in Nordrhein-Westfalen. Schon 1903 wurde von dem Papierfabrikanten Gustav Renker aus Düren in diesem kleinen Ort in der Nordeifel eine Anlage errichtet, um das Büttenpapier herzustellen.

Noch heute steht das Unternehmen unter der Leitung der Famillie Renker und ist ein großer Arbeitgeber in der Region. Das traditionell hergestellte Zerkall-Büttenpapier ist ein sehr hochwertiges und exklusives Papier, auf dem mit feiner Tinte zahlreiche Staatsverträge und andere wichtige Dokumente unterschrieben wurden. Auch heute noch findet das Büttenpapier Verwendung für wichtige Dokumente, Zertifikate oder wertvolle Schreiben.

Die Herstellungsweise, Merkmale und Besonderheiten von Zerkall-Büttenpapier
Das Herstellungsverfahren für das Papier ist die sogenannte Rundsieb-Technologie. Dieses Verfahren wurde schon im 19. Jahrhundert erfunden und hat sich bis heute kaum wesentlich verändert. In einem Trog dreht sich ein Siebzylinder. Die Blattbildung ergibt sich durch Ablagerung eines Stoffwassergemisches, das dem Trog laufend zugeführt wird. Schon beim Eintauchen des Siebzylinders in den Trog mit der für Büttenpapiere speziellen Fasermischung aus Hadern oder Zellstoff legt sich ein feiner Papierfilm um den Zylinder. Durch die sich drehende Bewegung werden weitere Fasern aus dem Faserbrei durch einen natürlichen Unterdruck im Zylinder auf das Sieb gezogen. Durch eine Sogwirkung wird auch die Richtung der sich auf das Sieb legenden Fasern bestimmt.

Auch bei dem in der vierten Familiengeneration des Unternehmens hergestellten Büttenpapier aus Zerkall werden die Papierbögen mit dem Rundsieb geschöpft. ZERKALL-Bütten ist ein eingetragenes Warenzeichen. International gibt es nur noch einen kleinen Kreis von renommierten Anbietern des hochwertigen und exklusiven Papieres.

Das Faserrohstoffgemisch und die Charakteristik der Echt Bütten
Charakteristisch für das Papier sind die minimalen Unterschiede in der Papierdicke und kleine Unebenheiten auf der Oberfläche. Der Faserbrei, aus dem das Papier geschöpft wird, besteht zu einem großen Anteil aus den sogenannten Hadern und ist holzfrei. Hadern ist eine alte mittelhochdeutsche Bezeichnung für Fetzen oder Lumpen aus Stoff. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden nahezu alle Papiere in Europa aus Hadern hergestellt. Die Grundstoffe hierfür waren Leinen, Baumwolle oder Hanf. Auch aus den Abfällen von Spinnereien und Seilereien wurden die Hadern gewonnen.

In der modernen Papierherstellung werden Hadern nur noch in sehr geringem Maße verwendet. Für die Herstellung von Büttenpapieren sind die Hadern aber von großer Bedeutung. Die Bütten mit einem bestimmten Anteil an Faserrohstoffen aus Hadern sind sehr viel robuster, widerstandsfähiger und altersbeständiger als Papiere, die allein aus Zellstoff gefertigt werden.

Die Merkmale von echt Bütten sind neben der Siebstruktur die feine oder wilde Rippung und der unregelmäßige Rand. Die typische Rippung entsteht durch die unterschiedliche Dicke des Papieres. Wasserzeichen können mithilfe von feinen eingearbeiteten Drähten auf dem Schöpfsieb während des Siebvorganges in die Büttenstruktur und somit das Papier eingefügt werden. Das ZERKALL-Büttenpapier zeichnet sich durch seine feine Rippung oder wilde Rippung und die hohe Qualität aus, wie beispielsweise die sehr hohe Alterungsbeständigkeit nach allen drei hierfür geltenden Normen. Wild gerippte Büttenpapiere überzeugen durch ein sehr individuelles Erscheinungsbild und wirken sehr authentisch.

Feines Zerkall-Wasserzeichen
Das Wasserzeichen von Zerkall Büttenpapier ist nur auf dem Briefbogen auf der unteren Hälfte abgebildet. Auch sehr gut zu erkennen, die feine Rippung von dem geschöpften Papier.
Die Normen für die Alterungsbeständigkeit von Büttenpapier
Jeder Stoff unterliegt verschieden langen Alterungs- und Zerfallsprozessen. Bei hochwertigen Büttenpapieren kann die Alterung durch die Verwendung bestimmter Faserrohstoffe aber über Jahrhunderte hinausgezögert werden. Dabei kommt es auf die Auswahl der Rohstoffe an. Für alterungsbeständige Büttenpapiere dürfen nur Baumwollfasern als Rohstoff oder Zellstoffe, die alkalisch aufgeschlossen sind und einen sehr geringen Ligningehalt mit einer Kappazahl unter 5 aufweisen, verwendet werden. Fasern, die einen Holzanteil beinhalten, können für alterungsbeständige Papiere nicht verwendet werden. So kommt die Anwendung von Altpapieren für die Herstellung des hochwertigen Büttenpapieres nicht in Betracht.

Die Alterungsbeständigkeit ist ein großes Qualitätsmerkmal für hochwertiges Büttenpapier und wurde in den verschiedenen Normen festgelegt. Die DIN 6738 - Norm besitzt nur in Deutschland Gültigkeit. In den USA ist die ANSI/NISO Z 39.48-1992 - Norm gültig und international ist die Erfüllung der DIN ISO 9706 - Norm ein Qualitätsmerkmal. Das Zerkall-Büttenpapier erfüllt die Anforderungen jeder dieser drei Alterungsbeständigkeitsnormen. Die DIN Norm 6730 beschreibt das Echte Büttenpapier. Echtes Büttenpapier kann nur mit Rund- oder Handsieben geschöpft werden. Mit dieser DIN Norm wird ein Schutz vor imitiertem Büttenpapier erzeugt. Für die Lichtbeständigkeit oder Archivierbarkeit existieren eigene Normvorschriften. Ebenso für die Alterung oder Lichtbeständigkeit von Druckfarben gelten eigene nationale und internationale Normen.

Wie echte Büttenpapiere von imitierten Büttenpapieren unterschieden werden können
Die Unterscheidung, ob es sich bei einem Briefbogen um ein echtes Büttenpapier handelt oder ob der Briefbogen imitiert ist, lässt sich sehr einfach am Rand des Bogens feststellen. Bei echten Büttenpapieren verjüngt sich durch den Herstellungsprozess des Schöpfens der Rand immer dünner, feiner werdend und leicht ausfasernd nach außen. Imitierte Papiere weisen oftmals einen zwar ausgefransten, aber gleichmäßig dicken und harten Randabschluss auf.

Kleiner Auszug aus der Jahrhunderte langen Geschichte der Büttenpapiere
Bevor Holzfasern in Maschinen verarbeitet wurden und die Papiermaschinen im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert immer stärker in den Vordergrund rückten, waren alle hergestellten Papiere aus Hadern geschöpfte Bütten. Der Begriff des Büttenpapieres entstand erst durch die Abgrenzung zu den industriell gefertigten Produkten der Papiermaschinen. Nicht selten wurden Staatsverträge und andere wichtige hochoffizielle Dokumente aufgrund der hervorragenden Qualität, der authentischen und edlen wertbeständigen Erscheinung und der Altersbeständigkeit auf Briefbogen aus Bütten bis in die heutige Zeit unterzeichnet, wie zum Beispiel der im Jahr 1990 mit der DDR geschlossene Einigungsvertrag.

Als Ursprung für die Erfindung des Büttenpapieres gilt die italienische Stadt Amalfi. Die Verwendung des Büttenpapieres in Italien reicht bis in das 11. Jahrhundert zurück. In Amalfi wurde das Papier aufgrund der Verwendung von Stofffetzen auch "Lumpenpapier" genannt. Dennoch wurden alle wichtigen öffentlichen Schriftstücke und Dokumente der königlichen Kanzleien auf diesem "Lumpenpapier" geschrieben. Zu den wichtigsten deutschen Dokumenten, die auf edlen Bögen der Papiermanufaktur aus Zerkall geschrieben wurden, gehört das Grundgesetz von Deutschland.

Die heutige Verwendung von Echt Bütten in einem Brief oder in anderen Dokumenten
Es gibt viele verschiedene Anlässe, zu denen Schreiben auf einem besonderen und wertvollen Briefpapier aufgesetzt werden. So wird das edle Papier aus Zerkall von je her sehr gern für festliche Begebenheiten, wie beispielsweise zum Geburtstag, zu Hochzeiten oder Jubiläen, verwendet. Aber auch für Trauerkarten, Kondolenzschreiben oder für Bewerbungen werden die Briefbogen aufgrund ihrer Hochwertigkeit und ihrem edlen Erscheinungsbild gern eingesetzt.

Die Schriftstücke und Briefbogen, die aus diesem edlen Papier bestehen, lassen sich sehr gut mit Tinte beschreiben. Ein handschriftlich auf Bütten verfasster Brief wirkt besonders authentisch und ist für den Schreiber sowie den Empfänger immer etwas Besonderes. Ein Vorzug des Büttenpapieres ist es, dass es mit klassischen Füllfederhaltern oder auch alten Federn beschrieben werden kann, ohne dass die Tinte ausblutet oder verläuft. Beispielsweise als Dankschreiben, Kondolenzschreiben, Liebesbrief oder andere wichtige Schreiben erzeugt so ein Brief den Eindruck der hohen Wertschätzung seines Schreibers für die Person, der der Brief geschrieben wird. Aber auch maschinengeschriebene Briefe oder für die Textverarbeitung mit dem Computer lassen sich die Briefbogen und Briefumschläge der Büttenpapiere verwenden. Die Büttenpapiere können mit einem Tintenstrahldrucker oder einem Laserdrucker leicht bedruckt werden.

Anspruchsvolle Briefe aus Echt Bütten
Ein edler Brief aus echtem Büttenpapier mit dem Drucker bedruckt. Der charakteristische Büttenrand befindet sich auf allen vier Seiten des Briefbogens.
Die verschiedenen Produkte des Büttenpapieres
Im Online-Shop von Tatmotive erhält man Briefpapier aus den erstklassigen geschöpften Büttenpapieren der Manufaktur aus Zerkall. Die Briefbögen können entweder einzeln oder als Set mit dazu passenden Briefumschlägen erworben werden. Die einzelnen Briefbogen sind im Format DIN A4 erhältlich. In unterschiedlichen Dicken sind Briefbogen mit einem Gewicht von 95 g/qm oder 115 g/qm erhältlich.

Die Briefumschläge sind im Format DIN lang. Besonders edel erscheint bei den Briefumschlägen die hochwertige Innenfütterung mit schönem Seidenpapier. Dadurch erhalten die Briefumschläge zusätzliches Gewicht, sind sehr stabil und wirken sehr wertvoll. Schon beim Öffnen des Umschlages erhält der Brief seine Wertigkeit für den Angeschriebenen. Das Briefpapier und der Briefumschlag vermitteln ihre Hochwertigkeit und Wertschätzung schon beim Berühren des feinen Papieres.

Hochwertige Bütten Briefhüllen
An der langen und breiten Verschlussklappe vom Kuvert ist auch der typisch feine Büttenrand ersichtlich. Außerdem hat der Umschlag ein feines und elegantes Seideninnenfutter.
Bei der Struktur des Echt Bütten Briefpapier kann zwischen einer feinen oder wilden Rippung gewählt werden. Das Original Zerkall Briefpapier mit Wasserzeichen und einer Grammatur von 95 g/qm wirkt schon beim Berühren eher fein und zart. Das schwerere 115 g/qm wildgerippte Papier vermittelt einen bedeutungsvollen Eindruck.

Für Glückwünsche oder Trauerbekundungen eignen sich anstelle von Briefpapier auch die Klappkarten-Sets mit den dazugehörigen hochwertig gefütterten Briefumschlägen. Auch als Geschenk für Verwandte oder Freunde ist ein Briefpapier-Set dieser edlen und wertvollen Papiere immer eine besondere Idee.

Zusammengefasst - ein Papier für auserlesene Schreibkultur
Die nach Jahrhunderte alten Traditionen noch heute hergestellten Büttenpapiere haben an ihrer Exklusivität, Eleganz und Hochwertigkeit im Erscheinungsbild nie verloren. Durch die feine oder wilde Rippung erlangen diese Papiere ein besonders authentisches und wertvolles Aussehen. Von jeher wurden sehr wichtige Dokumente, wie beispielsweise sogar das "Deutsche Grundgesetz" oder der Einigungsvertrag mit der DDR von 1990, auf diesem wertvollen und altersbeständigen Papier geschrieben und unterzeichnet. Die Alterungsbeständigkeit über mehrere Jahrhunderte hinweg ist darauf zurückzuführen, dass die geschöpften Papiere vollständig holzfrei sind. Für besondere Anlässe, wie beispielsweise zu Hochzeiten, Geburtstagen, Taufen, Kommunion oder Konfirmation, Jubiläen, als Trauerbekundungen, für Zertifikate oder für Bewerbungen, eignet sich die Verwendung des hochwertigen Papieres aus Echt Bütten als Ausdruck der Wertschätzung besonders gut. Auch als Geschenk sind die Sets aus Büttenpapieren immer eine schöne und exklusive Idee.

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